Eucharistie

 

Beim letzten Abendmahl hat Jesus den Seinen aufgetragen: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“. Es ist die Urerfahrung der christlichen Gemeinden, die uns in der Geschichte der Emmausjünger begegnet: „Sie erkannten Ihn, als er das Brot brach.“

 

Die Feier der Eucharistie am Sonntag und an den Feiertagen und bei weiteren besonderen Anlässen ist „Quelle und Höhepunkt“ des christlichen Lebens. In der Eucharistiefeier nährt uns der Herr mit seinem guten Wort (Tisch des Wortes) und im heiligen Mahl (Tisch des Brotes) für unseren Glaubens- und Lebensweg.

 

In der Eucharistiefeier versammeln wir uns um unsere Mitte: Um Jesus Christus. Wir feiern seinen Tod und seine Auferstehung, bis er kommt in Herrlichkeit. In dieser Versammlung wird auch sichtbar und erfahrbar, was Kirche im eigentlichen Sinn ist. Kirche sind die, die zum Herrn gehören.

 

 

Erstkommunion – Neue Wege in der Vorbereitung auf den Empfang der Eucharistie in der Pfarre Altenstadt

Herausforderungen unserer Zeit wahrnehmen

 

Die Gesellschaft ist im Wandel,  im Umbruch. Das ist  in den letzten Jahren in ganz besonderer Weise spürbar geworden. Eine materialistische Weltanschauung macht sich breit. Familien bewegen sich zwischen Arbeit und Freizeitgestaltung, haben oft kaum Luft und Zeit  nach dem Wesentlichen, nach dem Sinn zu fragen.

 

Auch die Wertefrage hat sich verändert. Wir leben in einer Zeit der Superlative: das Beste in der Erziehung der Kinder, die gesündeste Ernährung, die tollsten Klamotten, die besten Schulen… Andere zentrale Fragen des Lebens rücken immer mehr in den Hintergrund: Welche Werte bekommen Kinder vermittelt? Liegt die Sinnerfüllung im „immer mehr“  und „immer schneller“? Was gibt mir letztlich Halt, was hat bleibenden Wert?… Erfahren Kinder, dass das Leben Geschenk ist, letztlich ein Geheimnis und begrenzt? Wie gehen sie damit um? Woraus wächst das Vertrauen, dass es einen unsichtbaren Begleiter gibt, den wir Gott nennen, der ganz für uns da ist? In einer Zeit des Überflusses bekommt Gott kaum noch Platz.

 

Die beiden Religionslehrerinnen von Levis und Altenstadt, Frau Astrid Tusch-Mayer und Frau Roswitha Schwaninger und Pfarrer Ronald Stefani machen die Erfahrung, dass Kinder kaum mit religiösen Erfahrungen und  religiösem Wissen in die Schule kommen. Gleichzeitig gibt es in der 2. Klasse Volksschule mit der Feier der Erstkommunion einen ganz besonderer Höhepunkt, der gefeiert werden will. Die „Eucharistie ist Höhepunkt des christlichen Lebens“. Wenn jedoch die  Basis fehlt, kann der Höhepunkt nicht mehr als Höhepunkt erfahren werden.

 

Die veränderte Situation in den Blick nehmen

 

In diesem Anliegen gab es einen großen Austausch mit den Pfarrgemeinderäten von Altenstadt und Levis und den Religionslehrerinnen. Es war sehr spannend, von der veränderten Situation zu hören und darüber zu sprechen, welchen Herausforderungen der Religionsunterricht gegenübersteht:

 

-     Einerseits ist es erstaunlich, dass die SchülerInnen oft viel an Wissen mitbringen und auch schon sehr kritisch sind. Gleichzeitig gibt es einen großen Mangel an Selbstverständlichkeiten wie Grüßen, Dankbarkeit, Umgang mit Schuld, Trauer, Tod…

-     Es gibt einen großen Mangel an religiösen Erfahrungen, die lange ganz selbstverständlich waren (mit Kindern beten, regelmäßig Gottesdienste mitfeiern, Kerzen anzünden… wird kaum mehr gemacht).

-     Die kirchliche Sprache ist für viele Kinder völlig fremd (Erstklässler hören das erste Mal das Wort „Gott“, viele wissen nicht mehr was ein Altar ist…)

-     In all dem kann der Religionsunterricht für viele auch wie eine Oase sein.

 

Trotz all dem ist die Feier Erstkommunion für viele Familien immer noch wichtig und ein Betrag zum Aufbau unserer Pfarrgemeinde. Es ist allen Verantwortlichen der Pfarre und den Religionslehrerinnen ein großes Anliegen, das Beste aus der derzeitigen Situation zu machen. Dabei spüren wir:

  

-     Es braucht mehr Zeit für die Vorbereitung der Kinder.

-     Wir wollen die Erstkommunionvorbereitung in einem größeren Zusammenhang sehen: Wir gehen mit Kindern und jungen Leuten einen Glaubensweg! Der beginnt im Idealfall schon Zuhause, geht weiter in der Volksschulzeit bis zur Firmung17+.

 

Neues Konzept für Altenstadt

 

Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre und nach all den Gesprächen und Überlegungen haben wir für Altenstadt ein umfangreiches Konzept ausgearbeitet, das zu einem Glaubensweg einlädt. Die Eltern tragen nach wie vor die größte Verantwortung in der Begleitung ihrer Kinder auf ihrem Glaubensweg. Bei verschiedenen Gottesdiensten und Veranstaltungen möchten wir Familien gut einbinden und begleiten: Familiengottesdienste (nach wie vor für alle Kinder mit Einladung über den RU), Stationsgottesdienste, Treffen / Austausch / Impulse sollen positive Glaubenserfahrungen vermitteln. Auf diesem Glaubensweg ist die Feier der Erstkommunion als ein Höhepunkt eingebettet:

 

1. / 2. Klasse VS     

Kreuzzeichen- bzw. Vater-unser-Feier im Wechsel alle zwei Jahre.  

Kinder, die ministrieren wollen, können diesen Dienst nach wie vor schon ab der zweiten Klasse Volksschule machen, auch wenn sie die heilige Kommunion noch nicht empfangen.

 

3. Klasse VS           

Tauferinnerung und Feierliche Erstkommunion 

Außerschulisch werden die Kinder vom Erstkommunionteam (Eltern der Erstkommunionkinder) bei speziellen Veranstaltungen begleitet und vorbereitet (wie bisher auch).

 

4. Klasse VS           

Glaubensbekenntnisübergabe, Erstbeichte, Schulentlass-

segnung 

Die Kinder werden in der vierten Klasse zum Sakrament der Versöhnung  hingeführt. Eltern begleiten ihre Kinder zur Erstbeichte, die außerschulisch stattfindet (wie bisher in der dritten Klasse).

                  

     

Nach dem neuen Konzept wird es im Schuljahr 2019/20 keine Erstkommunion geben. Die Erstkommunionvorbereitung startet neu im Schuljahr 2020/21 mit den SchülerInnen der dritten Klassen.

 

 

Zum Schluss: Ermutigung für Eltern und Familien

 

Liebe Eltern!

Wir sind uns bewusst, dass ihr viele Herausforderungen in der Begleitung eurer Kinder zu bewältigen habt: viele Termine, viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, Begleitung durch die Schullaufbahn, die Herausforderungen am Arbeitsplatz, vielleicht auch in der Gestaltung ihrer Beziehungen.

 

Wir sind davon überzeugt, dass gelebter christlicher Glaube und das Mitleben in unserer Pfarrgemeinde Hilfe und Kraftquelle ist, eine Orientierung bietet und das Leben sehr bereichert. So möchten wir euch auch gerne nach Kräften in der Glaubensvermittlung unterstützen und begleiten.

 

Wir laden ein, die Türen stehen offen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen einen Platz in unserer Pfarrgemeinde haben und dafür Möglichkeiten finden, aber auch selber welche schaffen können.

 

Für weitere Anregungen und Initiativen sind wir offen und ansprechbar. Wir freuen uns, wenn der Schatz unseres christlichen Glaubens in unserer Pfarrgemeinde gerade auch durch euch lebendig bleibt und weitergegeben wird!

 

Pfarrer Ronald Stefani, Religionslehrerin Roswitha Schwaninger,

PGR Altenstadt

 

 

Altenstadt, im April 2019