Kapelle St. Martin und Petronilla in Altenstadt

Die Geschichte der Kapelle

Westlich des Ortszentrums von Altenstadt nahe der Bundesstraße steht eine Kapelle, die dem hl. Martin und der hl. Petronilla geweiht ist. Ob es sich bei dieser Kapelle um die „Kirche im Felde“ handelt, die im Rätischen Reichsurbar, einem Besitzverzeichnis aus der Zeit um 842, genannt wird, konnte bisher von den Geschichtsforschern nicht eindeutig geklärt werden. Damit ist auch nicht sicher erwiesen, ob es sich bei dieser Kirche um die Namensgeberin für die Stadt Feldkirch handelt. Sicher ist jedoch, dass die Kapelle bereits im Jahr 1222 im Besitz des Prämonstratenserklosters Churwalden war. Sie wird nämlich zu dieser Zeit als Kapelle des ebenfalls zum Kloster gehörenden Bruderhofs ausdrücklich genannt. Das Kloster Churwalden, das durch die Reformation in Bedrängnis geraten war, kümmerte sich infolgedessen nicht mehr um die Kapelle. Seitdem obliegt die Erhaltung der Pfarre Altenstadt.

Das Äußere der Kapelle

Die Kapelle in ihrer heutigen architektonischen Gestalt stammt im Wesentlichen aus dem 16. Jahrhundert. Es wird vermutet, dass bei der Brandschatzung des Dorfes durch die Eidgenossen im Jahr 1499 die Kapelle ebenfalls verwüstet wurde.

 

Das heutige Gotteshaus ist ein Rechteckbau, dessen Altarraum fünf Achteckseiten umschließen. Auf dem Satteldach erhebt sich über dem Chorraum ein geschindelter Glockenturm mit Spitzhelm. Im Turm hängen zwei Glocken aus dem Jahr 1950. Die alten Glocken mussten im Zweiten Weltkrieg abgeliefert werden. Ein ebenfalls mit Schindeln bedecktes Pultdach schützt das Rundbogenportal über dem Eingang. Rechts vom Eingang sind in einer Nische in volkstümlicher Malerei aus dem 19. Jahrhundert die beiden Kirchenpatrone dargestellt. An der Südwand des Chores ist die Sakristei angebaut. An der Südseite wird die Kapelle von einer mächtigen unter Naturschutz stehenden Sommerlinde überragt. Ihre Höhe und ihr Stammumfang lassen auf ein Alter von rund 150 Jahren schließen.

Das Innere der Kapelle

 

 

Die Kapelle ist innen im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut bzw. renoviert worden. Eine große Veränderung erfolgte im Jahr 1888. Damals wurde der Chorraum in eine Lourdesgrotte umgestaltet. Der aus der Renaissance stammende Altaraufsatz fand damals im Chor keinen Platz mehr. Er wurde an der nördlichen Seitenwand der Kapelle angebracht.

1997 musste das Gotteshaus aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Teile des Deckenfreskos waren herabgefallen. Daraufhin entschied sich die Pfarre für eine Generalsanierung. Dabei wurden neben Renovierungen auch Umbauten durchgeführt. Um den Altarraum besser nutzen zu können, wurde die Grotte entfernt. Die beiden Fenster im Chorraum, die beim Aufbau der Grotte zugemauert worden waren, wurden wieder ausgebrochen, so dass die Kapelle heute einen lichten Eindruck erweckt. Der schadhafte Holzboden wurde erneuert. Die aus dem Jahre 1651 stammenden und später übermalten Fresken am Chorbogen wurden in Resten wieder freigelegt. Sie lassen Maria Verkündigung erkennen. Ebenfalls renoviert wurde das schmiedeiserne Gitter vor dem Altarraum. Der Altaraufsatz kam wieder an den ursprünglichen Platz im Chorraum. Im Zentrum steht ein einfacher Volksaltar. Die Altarplatte ruht auf vier Marmorsäulen, die vom ursprünglichen Altar stammen.

 

(Aus der Dokumentation zur Wiedereinweihung der Kapelle zu den Heiligen Petronilla und Martin in Altenstadt am 31. Mai 2000)

Fotos: Pfarre Altenstadt