Klosterkirche der Dominikanerinnen "Zum englischen Gruß"

Um 1400 bestand bereits eine Gemeinschaft von Frauen. "Schwestern der Sammlung" wurden sie genannt. Sie lebten in einem bescheidenen Haus bei der Pfarrkirche.

 

1442 erfolgte die Konsekration der Kapelle durch Weihbischof Bellinsensis aus Konstanz. Sie war auf dem Grund der Schwestern direkt an die Pfarrkirche angebaut worden. Bald darauf schlossen sich die Schwestern dem Orden der Predigerbrüder an, die sich der Frauen annahmen und sie im Geiste des Gründers, des hl. Dominikus, unterwiesen. Sie übernahmen die Regeln des hl. Augustinus. Da die Mittel kaum ausreichten für die kleine Zahl von 14 Schwestern, mussten sie um Almosen betteln.

 

1633 trat eine segensreiche Wende ein. Die Schwestern, die inzwischen nach den Satzungen des 3. Ordens des hl. Dominikus lebten, lernten die Witwe des frühverstorbenen Oberstleutnant Caspar Bissinger kennen. Anna Bissinger stellte ihr weiteres Leben in den Dienst Gottes und legte im Jahr 1636 ihre Profess ab.

 

1637 wurde Sr. Constantia, wie sie nun hieß, einstimmig als Priorin gewählt. Nach der Visitation von Bischoff Flugi aus Chur wurde das Kloster ob seines guten Geistes zur strengeren monastischen Lebensweise zugelassen und das feierliche Chorgebet eingeführt.

 

1650 konnte Sr. Constantia Bissinger das Kloster neu aufbauen und bald stellte sich genug Nachwuchs ein. Auch dieses Kloster wurde zu klein für die wachsende Gemeinschaft, so dass die nachfolgende Priorin, Anna Loß, das Kloster noch einmal größer bauen ließ, so wie es bis heute noch wunderbar erhalten blieb.

 

Um 1700 wurde auch die Kirche erbaut und eingeweiht.

 

Im 18. Jhdt. erfuhr das Kloster schmerzliche Heimsuchungen, wie Hagelwetter, Viehseuchen, Erdbeben, ein Gewitter, wo der Blitz einschlug und der ganze Stall mit allen Vorräten verbrannte. Weiters brachte die französische Revolution große Unruhen mit sich. Schwestern mussten tausende von Soldaten speisen und die Pferde im Stall versorgen.

 

Im 19. Jhdt. konnte sich der Konvent langsam wieder erholen, doch die klösterliche Disziplin hat sehr unter diesen Wirren gelitten. Es dauerte lange, bis die ursprüngliche Regeltreue aufs Neue eingehalten wurde. Unter der Herrschaft Josefs II. wurden die Schwestern gezwungen, Schulunterricht bei Mädchen zu halten. Darum war die Volksschule im Kloster, bis zum Neubau der Schule in Altenstadt auf dem Klostergrund.

 

Im 20. Jhdt. wurde das schöne große Klostergut in Levis für den Bau der Kirche und des Friedhofes freigegeben. Nach Veräußerung von weiteren Grundstücken bauten die Schwestern eine neue Heizungsanlage und nahmen die Erneuerung der sanitären Anlagen, sowie die Errichtung von Fließwasser für jede Zelle vor.

 

1966 vollzog sich die Neugestaltung im Sinne des Konzils. Die Zweiteilung in Chorfrauen und Laienschwestern wurde aufgehoben. Jetzt gibt es eine einheitliche Schwesterngemeinschaft, die miteinander das Chorgebet verrichtet und den gleichen Habit trägt, wobei auch die Aufgaben nach anderen Kriterien vergeben werden.

 

2001 – In diesem Jahr ist die Zahl auf neun Schwestern herabgestiegen, doch die Hoffnung darf nie aufgegeben werden. Wichtig ist gesunder und froher Geist, das haben sich die Schwestern bis heute bewahrt. Dieses Erbe sollen sie an die nächste und übernächste Generation weitergeben. Das ist mein Wunsch…

 

Sr. Antonina, Kloster Weesen