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Kloster und Kirche der Dominikanerinnen

Der Hl. Dominikus wurde 1175 in Kastilien geboren. Schon früh zeigte sich seine Liebe zu den Armen, zum Gebet und zur Betrachtung der Schrift. Mit seinen Gefährten gründete er 1215 einen Predigerorden, dessen Hauptaufgabe es ist, in Wort und Beispiel den Glauben zu verkünden. Dieser Orden wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einer der großen Erneuerungskräfte in der Kirche.


✽  Das Dominikanerinnenkloster in Altenstadt ist seit der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts nachweisbar

Die Dominikanerinnen in Altenstadt


Um 1400 bestand bereits eine Gemeinschaft von Frauen. "Schwestern der Sammlung" wurden sie genannt. Sie lebten in einem bescheidenen Haus bei der Pfarrkirche.

1442 erfolgte die Konsekration der Kapelle durch Weihbischof Bellinsensis aus Konstanz. Sie war auf dem Grund der Schwestern direkt an die Pfarrkirche angebaut worden. Bald darauf schlossen sich die Schwestern dem Orden der Predigerbrüder an, die sich der Frauen annahmen und sie im Geiste des Gründers, des hl. Dominikus, unterwiesen. Sie übernahmen die Regeln des hl. Augustinus. Da die Mittel kaum ausreichten für die kleine Zahl von 14 Schwestern, mussten sie um Almosen betteln.

1633 trat eine segensreiche Wende ein. Die Schwestern, die inzwischen nach den Satzungen des 3. Ordens des hl. Dominikus lebten, lernten die Witwe des frühverstorbenen Oberstleutnant Caspar Bissinger kennen. Anna Bissinger stellte ihr weiteres Leben in den Dienst Gottes und legte im Jahr 1636 ihre Profess ab.

 



1637 wurde Sr. Constantia, wie sie nun hieß, einstimmig als Priorin gewählt. Nach der Visitation von Bischoff Flugi aus Chur wurde das Kloster ob seines guten Geistes zur strengeren monastischen Lebensweise zugelassen und das feierliche Chorgebet eingeführt.

1650 konnte Sr. Constantia Bissinger das Kloster neu aufbauen und bald stellte sich genug Nachwuchs ein. Auch dieses Kloster wurde zu klein für die wachsende Gemeinschaft, so dass die nachfolgende Priorin, Anna Loß, das Kloster noch einmal größer bauen ließ, so wie es bis heute noch erhalten blieb.

Um 1700 wurde auch die Kirche erbaut und eingeweiht.

Im 18. Jhdt. erfuhr das Kloster schmerzliche Heimsuchungen wie Hagelwetter, Viehseuchen, Erdbeben, ein Gewitter, wo der Blitz einschlug und der ganze Stall mit allen Vorräten verbrannte. Weiters brachte die französische Revolution große Unruhen mit sich. Schwestern mussten tausende von Soldaten speisen und die Pferde im Stall versorgen.

 



Im 19. Jhdt. konnte sich der Konvent langsam wieder erholen, doch die klösterliche Disziplin hat sehr unter diesen Wirren gelitten. Es dauerte lange, bis die ursprüngliche Regeltreue aufs Neue eingehalten wurde. Unter der Herrschaft Josefs II. wurden die Schwestern gezwungen, Schulunterricht für Mädchen zu halten. Darum war die Volksschule im Kloster, bis zum Neubau der Schule in Altenstadt auf dem Klostergrund.

Im 20. Jhdt. wurde das schöne große Klostergut in Levis für den Bau der Kirche und des Friedhofes freigegeben. Nach Veräußerung von weiteren Grundstücken bauten die Schwestern eine neue Heizungsanlage und nahmen die Erneuerung der sanitären Anlagen, sowie die Errichtung von Fließwasser für jede Zelle vor.

1966 vollzog sich die Neugestaltung im Sinne des Konzils. Die Zweiteilung in Chorfrauen und Laienschwestern wurde aufgehoben. Jetzt gibt es eine einheitliche Schwesterngemeinschaft, die miteinander das Chorgebet verrichtet und den gleichen Habit trägt, wobei auch die Aufgaben nach anderen Kriterien vergeben werden.

 Sr. Antonina, Kloster Weesen  


Mit 1. Juli 2026 verlassen die Dominikanerinnen das Kloster Altenstadt. Zuletzt wurde das Kloster von Sr. Andrea und Sr. Agata bewohnt. Aus eigenem Antrieb haben beide  beschlossen, neue Wege zu gehen. Für Sr. Andrea führte dieser Weg auf ein Maisäß, das sich im Eigentum des Ordens befindet. Die Hostienbäckerei im Kloster wird nach wie vor durch Sr. Andrea betreut werden. Sr. Agata ist in ihr Heimatland Polen zurückgekehrt.  Das Kloster der Dominikanerinnen in Altenstadt ist seit vielen Jahrhunderten Teil der lokalen Orts- und Kirchengeschichte. Nun geht es darum, die Zukunft dieses Hauses auf tragfähige Beine zu stellen und neue Perspektiven zu entwickeln. Die Verantwortlichen seitens des Dominikanerinnenordens und der Diözese Feldkirch sind dazu bereits im Gespräch.