Es waren einmal 107 Tage

 

Es waren einmal 107 Tage, als ich zu zählen begann!

Jetzt sind es nur noch 2!

 

Die Vorfreude ist RIESIG und schon kaum mehr auszuhalten!!

 

Ja, genau: In nicht einmal mehr 2 Tagen werde ich gemeinsam mit 19 anderen Vorarlbergern und Tirolern in einem Bus nach München zum Flughafen fahren, um dort über London nach Rio de Janeiro zu fliegen. Denn in zwei Wochen ist es endlich soweit! Ich werde als eine von zwei Millionen Christen am Weltjugendtag in Rio de Janeiro teilnehmen.

 

Wie ich dazu kam?

Angefangen hat alles an Weihnachten, als ich per Zufall im Kirchenblatt einen Artikel über den Weltjugendtag gelesen habe. Ich reise für mein Leben gerne und bin im Sommer immer sehr viel unterwegs. Da ist es natürlich super, dass der WJT dieses Jahr in Rio stattfindet. Wann kommt man denn sonst so schnell nach Brasilien?!

 

Doch günstig ist so eine Reise natürlich nie, insbesondere wenn man Student ist. Doch einige wissen es schon: Wenn ich gerade einmal nicht in Innsbruck an der Theologischen Universität bin, ministriere, an sämtlichen Sitzungen (Pfarrgemeinderat, Ministrantenleiterkreis, etc.) teilnehme oder mit Freunden etwas unternehme, findet man mich am ehesten im K-Shake an einer Bar. Durch das Barkeepen finanziere ich mir meine Reiselust. Der Job macht mir aber auch richtig Spaß und ich bin noch nie lustlos arbeiten gegangen.

 

Von Theresa Häusle, welche 2008 auf dem Weltjugendtag in Sydney war, wusste ich, dass diese Reise ein ganz besonderes Erlebnis ist. Man lernt viele neue Menschen aus verschiedenen Ländern kennen, die alle ein gemeinsames Ziel haben: Spaß haben, die Spiritualität erleben, beten und neue Kulturen kennen lernen.

 

Somit war für mich klar, dass ich dabei sein muss. Auch meine Eltern waren sofort Feuer und Flamme. Am liebsten wären sie wahrscheinlich selber mit. Somit war der erste Betrag schon einige Tage später am Konto der Diözese Feldkirch eingelangt und ich war daher fixe Teilnehmerin am Weltjugendtag!

 

Nun fehlten allerdings noch sämtliche Impfungen: Von Hepatitis A über Typhus, Cholera, Gelbfieber, etc. – für mich der einzige Nachteil, wenn man in so ein Land reist. Doch auch diese Torturen ließ ich bereitwillig über mich ergehen, war ja die Freude über die anstehende Reise im Vordergrund.

 

Bei den Vorbereitungstreffen lernten wir unsere Reisekollegen kennen. Wir sind eine sehr lebendige Gruppe und bis jetzt verstehe ich mich mit allen sehr gut. Wir konnten auch schon etwas brasilianische Luft schnuppern. Mit Caipirinhas und brasilianischem Essen, welches von unserem Reiseleiter Marcelo, der gebürtiger Brasilianer ist und bei der Diözese arbeitet, gekocht wurde, stimmten wir uns auf unsere Reise ein. Auch komponierte man für uns eine eigene Hymne: „It’s on us!“ Diese werden wir in Salvador vorsingen.

 

In Rio finden während des Weltjugendtages, welcher aber nicht nur einen Tag, sondern fünf bis sieben Tage dauert, mehrere Gottesdienste, ein Kreuzweg und viele andere Veranstaltungen statt. Auch der Papst kommt zu Besuch, was für viele ein Highlight ist. Da Papst Johannes Paul II. den WJT erfunden hat und selber immer daran teilnahm, gehört bis heute der Festgottesdienst, der vom Papst geleitet wird, zu einem fixen Bestandteil des Weltjugendtages.

 

Damit wir schon richtig auf den WJT eingestimmt werden, gibt es in ganz Brasilien die „Missionarische Woche“. Wir Vorarlberger und Tiroler werden am 12. Juli von Rio mit dem Bus ca. 24 (!) Stunden nach Salvador de Bahia fahren, wo wir von der Pfarre Paróquia Nossa Senhora do Carmo (hoffentlich sehnsüchtig) erwartet werden, da wir bei ihnen zu Gast sein werden.

 

In ganz Salvador werden ca. 20000 Jugendliche erwartet. Hier stehen vor allem der Kulturaustausch und das Spirituelle im Vordergrund. Natürlich werden auch wir bei einem Kulturabend Österreich vorstellen – mit Dirndl, Lederhose und allem was dazu gehört.

 

Von Salvador reisen wir dann wieder gemeinsam mit den anderen 20000 Jugendlichen weiter, um dann endlich am Weltjugendtag

teilzunehmen.

 

Unsere Brasilienreise endet schlussendlich in Búzios, einem kleinen Badeort. Dort werden wir die vergangenen zweieinhalb Wochen Revue passieren lassen und uns ganz entspannen, denn eines hat man uns versichert: Der Schlaf wird ganz sicher zu kurz kommen.

 

Für mich heißt es bis zu meiner Abreise: Packen, packen und nochmals packen! Doch bevor ich „mein“ Ländle verlasse, bekomme ich von unserem Pfarrer und meinen Eltern noch den Reisesegen, der mich beschützen soll, damit dann in Brasilien auch wirklich alles glatt läuft.

 

Wer von mir auf dem Laufenden gehalten werden will, kann unter xiberger-z-rio.blogspot.co.at unsere Reise mitverfolgen. Vielleicht werde ich auch im Herbst einmal meine Eindrücke vom Weltjugendtag mit einer Fotopräsentation vorstellen.

 

Bis dahin wünsche ich euch allen einen wunderschönen Sommer!

 

Man sieht sich im August,

eure Sarah Walser